Gesichtsoperation

Die plastische Gesichtsoperation gehört heutzutage zu den häufigsten ästhetischen Operationen. Dank der neuen Methoden in Kosmetologie und korrektiver Dermatologie können die Älterungserscheinungen im Gesicht gelindert und verzögert werden. Facelift kann bei Frauen und auch bei Männern durchgeführt werden. Bei Männern gibt es aber nicht so gute Möglichkeiten dafür, die Narben zu verbergen (wegen allmähliche Haarlichtung) und mit der Hautspannung kommt es auch zur Verschiebung des Haarwachstums direkt vor und auch hinter die Ohrmuschel.



 

Wann und wie operieren?

Die plastische Gesichtsoperation wird am häufigsten im Alter von 50-60 Jahren durchgeführt. Bei der Gesichtsoperation gilt aber mehr als bei jedweder anderen Operation, dass sie richtig zeitlich festgelegt sein sollte. Die Operation sollte durchgeführt werden, wenn es sich schon um markant erschlaffte Haut im Gesicht handelt (am häufigsten kommt es im Bereich der Wangen in der unteren Hälfte auf der Kante des Bogens von Unterkiefer und am Hals im Bereich des Unterkinnes vor) und wenn die Gewebestruktur schon markant verschlechterte Elastizität aufweist. In diesem Fall hält das Ergebnis länger aus (durchschnittlich 8-10 Jahre), weil das Gesichtsgewebe und Halsgewebe nicht mehr eine ausreichende Elastizität und Fähigkeit haben, sich der ständigen Bewegung der Mimik im Gesicht anzupassen. Falls wir zu früh operieren, wird das Ergebnis gut sein, aber die elastische Haut und auch die subkutanen Strukturen passen sich ziemlich schnell den gewohnten Bewegungen und der Mimik an und nach etwa 2-3 Jahren verschwindet das Effekt der Operation.

Gesichtsoperation

Die Gesichts- und Halsoperation kann man selbstverständlich wiederholen, es werden jedoch eine, maximal zwei Wiederholungen empfohlen und mit längerem Zeitabstand (ungefähr 10 Jahre). Wenn es zu den mehrmals wiederholten Operationen mit dem Zeitabstand von 3-4 Jahren kommt, erzielen wir allmählich einen gespannten Gesichtsausdruck mit verdünnter Haut und mit dem Risiko der markant ausgedehnten Narben.

Der Umfang und auch Maxima der erschlafften Haut im Gesicht und am Hals sind individuell, genauso wie Umfang der Falten. Deshalb müssen wir uns auch bei der Operation auf einzelne Bereiche individuell konzentrieren. Manchmal ist es nötig, sich mehr auf den Halsbereich und den Winkel des Unterkiefers zu konzentrieren, andersmal eher auf Wangen bis zu dem Schläfebereich etc.

Ebenso der Umfang und Tiefe der Falten ist sehr unterschiedlich. Falten sind nur Spiegelung unserer gewohnten Mimik und der Fähigkeit der Haut, die Spannung der mimischen Muskeln mehr oder weniger auszugleichen. Bei der Hautspannung nach Facelifting kommt es zur Spannung der Haut und dadurch auch zur Ausglättung und Verflachung der mimischen Falten. Wir lösen nicht die Mimik der Gesichtsmuskeln bei der Operation, deshalb ist es nötig damit zu rechnen, dass sich diese Falten wieder allmählich bilden und vertiefen werden.

Nasolabiale Falten, die von den Nasenflügeln zu den Mundwinkeln durchlaufen und eine natürliche  Grenze zwischen der Gruppe der Wangenmuskeln und dem Mundmuskel bilden, gibt es im Gesicht immer. Durch die Gesichtsoperation können sie verfeinert und ausgeglättet werden, aber nie werden sie entfernt. Auch feine senkrechte Falten auf der oberen und unteren Lippe werden bei der Operation weder entfernt noch beeinflusst. 

Allgemein kann man sagen, dass das Ergebnis besser und dauerhafter bei schlankerem Gesicht sein wird, mit feinerer Haut. Bei dem runderen Gesichtstyp mit einer größeren Schicht von subkutanem Fett erreichen wir nicht so markante Hautspannung, es gibt jedoch einen Vorteil, hier gibt es keine feinen mimischen Falten.

Falls es eine markante Schicht von subkutanem Fett am Hals gibt, vor allem im Bereich des Unterkinnes, kann man die plastische Operation vom Gesicht und Hals auch mit der Liposuktion des Unterkinnes ergänzen, damit wird das bessere Ergebnis erzielt.

Vorbereitung:

Wenn wir uns für die plastische Gesichtsoperation entscheiden, ist es notwendig zu wissen, dass die Operationsbelastung und auch der postoperative Verlauf schon von einem größeren Umfang sind, auch wenn die Heilung und Regeneration vom Hautgewebe im Gesicht immer sehr gut und ziemlich schnell ist.

Wir müssen eine komplette voroperative Untersuchung durchführen, die Voraussetzung für diesen Eingriff ist der gute und stabilisierte Gesundheitszustand. Drei Wochen vor der Operation sollte keine akute oder entzündliche Erkrankung oder eine Hauterkrankung durchmacht werden. 2-3 Wochen vor der Operation sollten auch Medikamente ausgesetzt werden, die die Blutung erhöhen (Acylpyrin, Anopyrin etc.).

Operation:

Der Eingriff wird in der Kombination von örtlicher Betäubung und völliger Betäubung durchgeführt. Die völlige Betäubung kann enteweder die Vollnarkose oder die so genannte Analgosedation sein (intravenöse Anästhesie).

Wir beginnen die Operation nach der gänzlichen Desinfektion des Gesichtes und der Haare mit dem Schnitt, der von dem behaarten Kopfteil um die Schläfen in die Richtung nach unten knapp vor der Ohrmuschel (der Schnitt kann entweder vor oder hinter dem knorpeligen Vorsprung vor dem Gehörgang geführt werden), weiter um das Ohrläppchen und in der Furche hinter der Ohrmuschel geführt wird, hier dreht er sich etwa in der Hälfte der Ohrmuschel in die Haare. Die Länge des Schnittes hängt von dem Umfang der Operation ab.

Danach wird die Haut von Wangen und Hals von dem Mundboden entspannt und die überschüssige Haut wird entfernt.

Weiter ist es nötig, das SMAS Lifting durchzuführen – Verschiebung und Verfestigung der subkutanen Struktur von Muskeln.

Das wird entweder mittels Plikation – Drapierung, oder Resektion – Entfernung von erschlaffter subkutanen Struktur und Nähen mittels der absorbiarbaren Nähten.

Zuletzt ist es nötig, die Hautränder sorgsam mittels Nähte an den sichtbaren Stellen und einzelnen Nähte in den Haaren und hinter den Ohrmuscheln zu nähen.  Es werden absorbiarbare und nicht absorbierbare Materialien verwendet. In meisten Fällen ist es nötig, für 24 Stunden feine Dreinagen zur Abführung der kleineren Blutung einzuführen. Die Operation endet mit dem Kopfverband.

Postoperativer Verlauf:

Nach der Gesichtsoperation ist mindestens die eintägige Hospitalisation nötig, am zweiten Tag nach der Operation verläuft der erste Überband. Wenn die Operation normal verlaufen ist, sind bei dem ersten Überband die Dreinagen entfernt und der Patient kann nach Hause gehen. Es ist immer notwendig, die Position auf dem Rücken mit erhöhtem Kopf beim Schlafen einzuhalten.  Der Kopfverband bleibt 3-5 Tage nach der Operation.

Zu dem normalen postoperativen Verlauf gehören Schwellungen im Gesicht und an den Augenlidern, manchmal auch Blutbeulen in ersten postoperativen Tagen. Genauso die körperliche Temperatur kann vorübergehend für 1-2 Tage bis auf 38 Grad Celsius erhöht werden.

Deshalb ist es notwendig, das Ruheregime einzuhalten und Wangen und Augenlider mit kalten Umschlägen zu kühlen. 

Postoperative Schmerzen nach den Gesichtsoperationen gibt es gewöhnlich nicht, es handelt sich mehr um einen unangenehmen Druck, den die Bandage verursacht und eingeschränkte Möglichkeiten, mit dem Kopf zu bewegen.

Nach der Entfernung der Bandage ist es nötig, die Haare mehrmals zu waschen, weitere Heilung verläuft schon ohne Bandagen.

Das Gesicht wird mit dem Tuch geschützt, nur in der Nacht, eventuell bei dem kurzfristigen Aufenthalt draußen. Schwellungen im Gesicht und Blutbeulen verschwinden gewöhnlich binnen 7.-10. Tag nach der Operation.

Weitere Kontrollen und Überbände hängen von dem Arzt und Heilung ab, die Nähte werden gewöhnlich binnen 10-14 Tagen entfernt. Diese Zeit ist es auch notwendig, das Ruheregime einzuhalten mit beschränkter Bewegung vom Kopf und Hals. Die physische Belastung muss allmählich erhöht werden und mit der normalen Belastung, auch Turnen etc. können Sie etwa nach einem Monat nach der Operation beginnen. 

Etwa nach einer Woche nach der Entfernung der Nähte kann man sich schminken, die Haare können nach 4-6 Wochen nach der Operation mit den dunklen Farben gefärbt werden.

Die Rekonvaleszenz ist individuell und hängt von der Heilung und von dem gänzlichen Verhalten jedes Patienten ab.

Nach der unmittelbaren Abheilung (binnen 10-15 Tagen) muss damit gerechnet werden, dass das Hals- und Gesichtsgewebe einige Wochen für ihre Stabilisierung brauchen, das ist von dem Umfang der Operation abhängig. Solche Gefühle wie Ziehen bei der Bewegung und Störung der Empfindlichlichkeit an den operierten Orten gehören zu der  normalen Begleiterscheinung und verbessern sich allmählich nach einigen Wochen. Genauso milde Schwellungen und Infiltration der Haut kann vorübergehend noch einige Wochen erscheinen, vor allem in den wärmeren Jahreszeiten. Mindestens 2-3 Monate nach der Operation sollte die Sonnenstrahlung vermieden werden und beim Aufenthalt in der Sonne das Gesicht mit Cremen mit hohem UV Faktor geschützt werden.  

Komplikationen:

Zu den häufigsten Komplikationen gehört die postoperative Blutung, die die Zeit der Abheilung und Absorbtion der Schwellungen und Blutbeulen um Wochen verlängern kann. Eine weitere mögliche Komplikation ist die Infektion und nachfolgende entzündliche Komplikationen, die nur mit präventiver Verabreichung von Antibiotika vermieden werden kann. Vorübergehende kleine Erniedrigung der Hautempfindlichkeit verschwindet nach einigen Wochen.

Später können Komplikationen wie Erniedrigung oder  Störung der Mimik in Wangen oder Mimik der Lippen und des Mundes erscheinen. Diese Komplikationen erscheinen ziemlich selten und entstehen wegen Beschädigung der Nervenleitung von Gesichtsmuskeln. Die Regeneration dauert ziemlich lang – meistens einige Wochen – und erfordert eine spezielle Rehabilitation der Gesichtsmuskeln und Stütztherapie mit Vitaminen.

Zu den weiteren Komplikationen gehören allmählich entstandene und hypertrophische Narben, meistens hinter den Ohrmuscheln, manchmal auch um die Ohrläppchen. Das hängt von der individuellen Heilung jedes Patienten ab. Hier ist es sehr wichtig, die Ratschläge des plastischen Chirurgen einzuhalten, die die Pflege um Narben betreffen.

Die Narbenheilung im Gesicht ist sehr gut und sichtbare oder hypertrophische Narben entstehen nur selten.

 

 

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